Bist du ein Apfel- oder Birnentyp?

Wohl jede/-r hat schon einmal vom «Birnen- oder Apfeltyp» gehört oder gelesen. Es geht dabei um die Frage, wie bzw. wo das Körperfett verteilt ist. Oft liest man im gleichen Atemzug, dass Frauen zu einer birnen- und Männer zu einer apfelförmigen Verteilung neigen. Das ist zwar nicht falsch, aber auch nicht immer so und mittlerweile wurden auch weitere «Typen» definiert.

In diesem Blogbeitrag gehen wir dieser ungleichmässigen Fettverteilung auf den Grund und liefern Lösungsansätze wie wir sie bei Personalworkout verfolgen. Sie sind ein weiteres Kennzeichen unserer ganzheitlichen und individuellen Gewichtsreduktion.

 

Der Apfeltyp – Stress mit unregelmässigen, kohlenhydratreichen Mahlzeiten

Der Apfeltyp ist in erster Linie gekennzeichnet durch eine Fettverteilung am Bauch. Männer mit einer solchen Körperform haben oft auch sogenannte «Moobs».

Wie kommt es zu einer solchen Fettverteilung?

Die Antwort lautet: schlechtes Blutzuckermanagement. Solche Personen sind meist sogenannt «metabol unflexibel» und die bevorzugte Energiequelle des Körpers sind Kohlenhydrate. Zudem essen sie unregelmässig, weshalb Cortisol bei Abwesenheit von Mahlzeiten den Blutzucker anheben muss. Die Energie wird nun aus der sogenannten Glukoneogenesis gewonnen, bei der Proteine in Kohlenhydrate umgewandelt werden. Die Proteine stammen vor allem aus den Muskeln an Brust und Trizeps, insbesondere wenn diese nicht gebraucht werden. Dies führt dann zu den oben genannten Männerbrüsten.

Zu diesem Typen passt dann auch ein stressiger, cortisol-lastiger Alltag, in welchen dieses nun endgültig überhandnimmt. Cortisol führt per se, aber auch zusammen mit fehlender Bewegung und einem Kalorienüberschuss zu überschüssigem Fett am Bauch. Dieses Bauchfett hilft dem Körper mittels einem Enzym namens Aromatase Östrogen aus Testosteron zu machen. Die tiefen Testosteronwerte widerspiegeln dann auch den niedrigen «Sexdrive» und andere damit zusammenhängende Probleme wie schlechter Schlaf wegen hoher Nackenfalte und Fett, das auf die Lunge drückt, was zu Schnarchen und dadurch über ein schlechtes Verhältnis von Atem- und Herzrhythmus zu unerholsamem Schlaf führt.

 

Was ist die Lösung?

Es gibt nicht die «Lösung», aber es liegt auf der Hand, dass eine Gewichtsreduktion nur mit einer Lifestyle-Veränderung möglich ist. Dazu gehört auch die Ernährung, die nicht zwingend «no» oder «low carb» sein muss, aber aus Kohlehydraten besteht, die zu keinem hohen Blutzuckeranstieg führen.

Hier bietet sich das sogenannte «Glukosemonitoring» an, bei dem während 2 Wochen stetig der Blutzucker gemessen wird. Dass die gleichen Lebensmittel nicht bei allen Menschen die gleiche Reaktion bezüglich Blutzucker hervorrufen, weiss man schon seit einiger Zeit und konnten wir bei Personalworkout mehrfach zeigen. Anbei Bilder aus meinem Selbstversuch, bei dem Reis mit Abstand zum höchsten Blutzuckeranstieg geführt hat!

 

Der Birnentyp – Proteinarme Ernährung mit schlechter Verdauung und Allergien

Der Birnentyp ist meist weiblich, aber nicht ausschliesslich. Er besitzt ein ungünstiges Östrogen- zu Progesteronverhältnis, was mit einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit der Leber (Entgiftung) einhergeht. Wenn man sich dann noch proteinarm ernährt, dann wird’s noch problematischer. Mehr dazu hier.

Birnentypen neigen zu Verstopfungen bzw. haben oft irgendwelche Verdauungsprobleme. Dies kann zu mehr Allergien, einer Schilddrüsenunterfunktion und damit einem verlangsamten Stoffwechsel führen. Zudem ist man bei Entzündungen ebenfalls nicht «metabol flexibel» und verwendet für die Energiegewinnung nicht Fette sondern Kohlenhydrate. All das hilft nicht beim Abnehmen.

Wie bereits oben erwähnt ist eine funktionierende Leber und damit Entgiftung eine Voraussetzung für ein gutes Östrogen- zu Progesteronverhältnis. Des Weiteren wird bei mehr Körperfett noch mehr Östrogen produziert – ein Teufelskreis. In diesem Blogbeitrag zum Thema Menopause erklären wir auch, warum Frauen in der Menopause eher zur Apfel- als Birnenform neigen.

Neben Nahrungsmitteln wie Soja, Tofu oder Bier, die zur Östrogenbildung im Körper beitragen, sind es auch viele Kosmetika die zur Östrogenisierung führen. Mehr dazu in diesem Beitrag zum Thema Umweltgifte.

 

Was ist die Lösung?

Auch hier gilt das gleiche Prinzip wie oben: es gibt nicht die EINE Lösung. Ein guter Ansatz, abgesehen von Training und Lifestyleveränderung, ist eine protein- und ballaststoffreiche (v.a. Kohlarten und Leinsamen) Ernährung und der Dutchtest.

DUTCH steht für «Dried Urine Test for Comprehensive Hormones». Dieser Test aus der funktionellen Medizin gibt eine unglaubliche Einsicht in den Hormon-Stoffwechsel eines Menschen. Dadurch kann mit natürlichen Supplements ganz gezielt auf problematische enzymatische Prozesse eingewirkt werden ohne mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen. Anbei ein Bild aus den Ergebnissen meines Dutch-Tests.

 

Fazit: What gets measured gets managed

Bei einer Gewichtsreduktion sollte nicht nur das Körperfett und die Muskelmasse stetig gemessen werden, sondern es sollten auch andere Hilfsmittel eingesetzt werden um möglichst schnelle Resultate zu erzielen und dadurch motiviert zu bleiben.

Der Vollständigkeit halber sei hier angemerkt, dass es noch weitere Figur- oder Körper-Typen gibt. Sehr selten ist etwas «schwarz» oder «weiss», aber erfahrungsgemäss sind dies die beiden häufigsten und am besten untersuchtesten.

 

Quellen:

https://www.marilyn.ca/Health/Articles/September-2013/How-to-rethink-your-metabolism-based-on-your-body

Sonntagszeitung vom 23.08.2020: Meine Gene, mein Obst, mein Müesli. Von: Christina Bendt.

https://www.youtube.com/watch?v=QsphKXIabvk

https://www.welt.de/gesundheit/article146867830/Sind-Sie-Apfel-Birne-Chili-Oder-was-ganz-anderes.html

https://www.marilyn.ca/Health/Articles/September-2013/How-to-rethink-your-metabolism-based-on-your-body

Estrogeneration: How Estrogenics Are Making You Fat, Sick, and Infertile. 2017: Anthony G. Jay.

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Marc Sonderegger
Owner and Head Coach of Personalworkout