Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel für deine Gesundheit?
Sind Nahrungsergänzungsmittel reine Geldmacherei oder bringen sie deiner Gesundheit tatsächlich etwas? Dazu gibt es oft nur Schwarz-Weiss-Meinungen. Vor nicht allzu langer Zeit war ich selbst ein massiver Gegner von sogenannten Supplementen oder eben Nahrungsergänzungsmitteln. Ich war der Meinung, dass mit gesunder und abwechslungsreicher Ernährung keine Notwendigkeit für Proteinshakes, Multivitamintabletten oder Ähnliches besteht. Seit mehreren Jahren beschäftige ich mich intensiver mit dem Thema Nahrungsergänzungsmittel und musste einige Ansichten revidieren.
Im Folgenden findest du eine nicht abschliessende Übersicht über Vor- und Nachteile von Supplementen sowie Empfehlungen basierend auf über 10 Jahren Erfahrung und dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Kontras
1. Geldmaschinerie
Die Nahrungsergänzungsmittel-Industrie ist ein Milliardengeschäft. Dies lockt viele zwielichtige und profitorientierte Personen in diese Industrie, die mit falschen Geschichten oder Versprechungen schnelles Geld sehen. So habe ich selbst an Weiterbildungen mehrfach Trainer*innen getroffen, die von Personal Training allein kaum leben können und auf den Verkauf von Produkten angewiesen waren. Dies alles macht eine Differenzierung von sinnvollen Supplementen und unsinnigen Präparaten schwierig.
2. Trainerprovisionen
Ich erhalte fast wöchentlich Angebote von Firmen, die mir Provisionen versprechen. Insbesondere auf Social Media wie Instagram kommen immer wieder Anfragen, Ambassador-Aufgaben zu übernehmen. Die angebotenen Provisionen werden vor allem bei grösseren Verkaufsmengen attraktiv. Darunter gibt’s auch etliche, die mit Schneeballsystemen arbeiten. Personal Trainer sollten sich aber in erster Linie auf ihren Job als Trainer konzentrieren und ihr Geld damit verdienen. Ansonsten sollten sie ihren Job wechseln, so zumindest meine Meinung.
3. Bezahlte und schlecht durchgeführte Studien
Erstes Problem: Studien sind oft von Unternehmen finanziert, die ein ihren Interessen oder Glauben förderliches Studienergebnis publizieren möchten. Man nennt dies in der Psychologie auch «confirmation bias».
Zweites Problem: Methodik. Sorgfältig durchgeführte Studien mit genügend grosser Stichprobe und Doppelblindanlage, die reliabel und valide sind, sind immer noch eher die Seltenheit. Insofern sind Studienergebnisse ohne genaue Methodenangabe immer mit Vorsicht zu geniessen.
Beispiel: man untersucht die Wirkung eines Supplements auf das Training. Sind die Probanden Neulinge oder haben sie schon Trainingserfahrung? Wie alt sind sie? Mann oder Frau? Welche Übungen, Gewichte und wie viele Wiederholungen nimmt man für die Studie? Werden auch andere Einflussfaktoren betrachtet, z.B. wie die Ernährung aussieht, wie geschlafen wurde oder andere Supplemente oder Stimulantien eingenommen wurden. Wie wird das Ergebnis überprüft? Anzahl Wiederholungen? Gewicht? Biopsie der Muskelmasse? Fragen über Fragen, die nicht einfach zu beantworten sind und viel Spielraum lassen.
Pros
1. Nahrungsmittel haben sich verändert
Statt das eigens angepflanzte Gemüse gibt’s Tomaten aus Spanien und Spargeln aus Frankreich. Damit sie auf dem Weg nicht verderben, werden sie unreif geerntet, bearbeitet oder gar genmanipuliert (z.B. in den USA).
Die Bodenzusammensetzung hat sich durch eine intensivere Nutzung verändert, es wird gedüngt, gespritzt und maschinell geerntet und verarbeitet.
Als Verpackung dient hochproblematischer Plastik der BPA beinhaltet – mehr dazu in diesem Beitrag «warum du aus Glasflaschen trinken solltest»– und die Waren liegen teilweise tagelang in den Regalen. Salat ist gewaschen und abgepackt, alles, um unsere wertvolle Zeit zu schonen. Tiere werden mit Hormonen oder Kraftfutter, welches sie natürlicherweise gar nicht essen, vollgestopft – Auslauf Fehlanzeige.
Dass durch oben genannte Gründe Nahrungsmittel andere Inhaltsstoffe haben können, leuchtet ein und wurde mehrfach nachgewiesen. Obst und Gemüse haben 5-40% ihrer Mineralien verloren. Orangen haben noch 1/8 an Vitamin A, Tomaten 3/4 weniger Kalzium und Brokkoli 80% weniger Kupfer. Kabeljau hatte 1960 noch 70% Eiweiss!
Ebenfalls wurde gezeigt, dass diese Umstände unseren natürlichen Hormonhaushalt verändern können, was sich in Verdauungsproblemen, Gewichtszunahme und anderen Problemen zeigt.
2. Die Ernährung hat sich verändert
Umfragen zeigen immer wieder, wie wenig Gemüse gegessen wird. Noch viel eindrücklicher wird’s, wenn man sich anschaut, was beispielsweise im Migros-Restaurant gegessen wird: Schnitzel-Pommes, Currywurst, Pizza und Kebab mit 2-3 Beuteln Ketchup oder Mayo und einer Cola dazu ist keine Seltenheit. Die Argumente in den Abschnitten 1 und 2 machen deutlich, dass Nahrungsergänzungsmittel (neben einer gesünderen Ernährung) helfen können, dem Körper die fehlenden Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zuzufügen.
3. Die Lebensweise der Menschen hat sich verändert
Viele Menschen sitzen ganztags im Büro. Von Sonnenstrahlen keine Spur. Dafür wäre die Sonne doch für die Vitamin D-Bildung so wichtig – alles dazu in diesem Beitrag zu Vitamin D.
Zudem hat sich, wie bereits oben angetönt, das Essverhalten verändert: Das Frühstück wird mit Hilfe von Ausreden ausgelassen – keine Zeit oder ich mache Intervall-Fasten. Falls es reicht, dann mit Kaffee und Gipfeli „to go“ am Bahnhof. Mittagspausen werden, wenn überhaupt, so kurz als möglich abgehalten. Am besten ein Sandwich oder Birchermüesli und dies allenfalls noch vor dem Computer. Abendessen: Wenn ich um 20.00 Uhr nach Hause komme noch kochen? Geht’s noch? Ein paar Scheiben Brot und Salami oder Marmeladenaufstrich schafft man noch knapp.
Anschliessend noch ein bisschen TV schauen oder auf dem Handy oder Computer surfen, wo das Blaulicht der Bildschirme unseren Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinanderbringt.
Natürlich ist das alles ein bisschen überspitzt formuliert, aber so läuft’s oft – und es wird mehr denn je von uns gefordert. Dies erfordert seinen Tribut.
4. Die Wissenschaft hat sich verändert
Mittlerweile können wir Dinge herstellen, die vor Jahren oder Jahrzehnten nicht produziert werden konnten. Dies eröffnet auch neue Möglichkeiten bei der Nahrungsergänzungsmittelherstellung, was z.B. zu hochwertigeren, natürlicheren und besser absorbierbaren Produkten führt. Diese Kriterien beeinflussen unsere verwendeten Supplemente, auf die wir im nächsten Abschnitt eingehen.
Welche Supplemente sinnvoll sind
Wenn du die obigen Pros und Cons für bzw. gegen den Einsatz von Nahrungsergänzungsmittel liest, kannst du vielleicht bereits selbst entscheiden, ob und wo ein Kauf von Supplementen Sinn macht.
Wir von Personalworkout sind der Meinung, dass Supplemente nach individueller Ziel-, Lifestyle- und Ernährungsanalyse Sinn machen. Wir verwenden vor allem folgende, wobei die Anordnung nach Notwendigkeit (Marc’s Meinung) und die Auswahl aufgrund von Natürlichkeit und Bioverfügbarkeit erfolgte.
- Magnesium, um die Regeneration und den Schlaf zu verbessern, da dieser absolut zentral ist für Fettreduktion und Muskelaufbau. Es gibt verschiedene Magnesiumformen und Magnesium erfüllt noch viele weitere wichtige Aufgaben.
- Grass Fed Beef Liver beinhaltet viel Vitamin A sowie die B-Vitamine B2, B3, B5, B6, B7, B9 und B12 hohe Kupfer- und Eisenmengen wie auch Zink und Selen. Selbstverständlich kann Rinderleber auch gegessen werden.
- Cod Liver Oil für gesunde Omega3’s in gutem Verhältnis sowie natürliches Vitamin A und D.
- Kreatin und Carnitin, für alle, die kein rotes Fleisch essen. Huhn hat nur ein Zehntel der Kreatinmenge und ein Zwanzigstel Carnitin. Carnitin braucht der Körper, um Fettsäuren in die Mitochondrien zu bringen und da Energie aus Fett zu gewinnen. Mythen und Fakten zu Kreatin erfährst du hier.
- Glutamin – die wichtigste Aminosäure um Leaky-Gut Symptome im Darm zu beheben und in grösseren Mengen vorkommend in (absteigend in der folgenden Reihenfolge): Rind, Poulet, Fisch, Eier. 1 Ei hat 1g und somit ca. ein Fünftel von dem, was 100g Rind beinhaltet.
- Vitamin C – von dem grundsätzlich eine ausreichende Einnahme möglich ist, wenn Früchte und Gemüse täglich gegessen werden.
- Protein-Shakes um das Cortisol Level nach dem Training zu senken und die nötige Menge an täglichem Protein für den Muskelaufbau zuzuführen. Wieviel und welches Protein es sein soll erfährst du hier.
Vegetarier und Veganer können wichtige Dinge wie B12 und Vitamin-D nicht aus natürlichen Quellen supplementieren und müssen meist auf künstliche Präparate zurückgreifen. Erfahre alles, was Vegetarier und Veganer essen und supplementieren sollten. Eine einzige Ausnahme ist mir bekannt, welche alle Inhaltsstoffe, bis auf die Folsäure, auf natürliche Weise gewinnt, und das ist LaVita – ein Mikronährstoffkonzentrat aus Obst, Gemüse, Kräutern und pflanzlichen Ölen. B12 wird zum Beispiel mit Hilfe von Bakterien gewonnen und extrahiert. Eine gute All-in-One-Lösung, nicht nur für Vegetarier.
Daneben gibt es diverse Nahrungsergänzungsmittel welche bei Hormonungleichgewicht (z.B. Frauen in der Perimenopause), Stress, akuten Entzündungen, Darmproblemen usw. helfen können. All diese Probleme können eine/n optimale/n Fettreduktion und/oder Muskelaufbau verhindern.
Für optimalen Erfolg braucht es also einen ganzheitlichen Ansatz und verschiedene Blickwinkel. Von einem solchen profitieren Kundinnen und Kunden von Personalworkout.
Weitere kostenlose Infos rund um das Thema Ernährung bekommst du in unserem Ernährungs-Guide. In unserem Kitchen Workout Kochbuch findest du zudem zahlreiche leckere und gesunde Rezepte, die du unkompliziert nachkochen kannst.
QUELLEN
- Ernährung und körperliche Degeneration – Weston A. Price
- Aragon, A. A., & Schoenfeld, B. J. (2013). Nutrient timing revisited: is there a post-exercise anabolic window?. Journal of the International Society of Sports Nutrition.
- Chat GPT 5.2
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