Dem Wort «Neurotransmitter» bin ich an der «Kanti» das erste Mal begegnet.

Das 2. Treffen war dann an der Uni Bern während meines Biologie-Studiums.

Das 3. Mal begegnete ich diesem Thema an einem YPSI Seminar bei Wolfgang Unsöld.

Dies konnte wohl kein Zufall sein und war Grund genug, mehr darüber in Erfahrung zu bringen. In diesem Blogbeitrag möchte ich allen Interessierten einen kurzen Überblick zu Neurotransmittern verschaffen.

Neurotransmitter sind Botenstoffe, um zwischen Nervenzellen zu kommunizieren

Viel genauer als im Titel möchte ich auf biochemischer Ebene nicht eingehen. Die Lücken zwischen Nervenzellen, die sogenannten Synapsen, müssen mit chemischen Botenstoffen überbrückt werden, da die elektrischen Signale dort nicht «überspringen» können.

Wie man sich vorstellen kann, sind solche Botenstoffe in einem Wesen mit über 100 Billionen Synapsen wohl nicht ganz unwichtig. Doch was haben sie mit dem Thema Fitness am Hut?

Neurotransmitter steuern grundlegende Prozesse im Körper

Von ca. 100 bekannten Neurotransmittern sind es vor allem 4, die enorm wichtig sind:

  • Acetylcholin: wichtig für Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Ein Mangel ist eher selten.
  • Serotonin: der Wohlfühlneurotransmitter. Ein Mangel kann zu Depressionen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen führen.
  • GABA: fährt das System runter. Unruhe, Stress, Angst und Schlaflosigkeit können Anzeichen für einen Mangel sein.
  • Dopamin: wird oft als «Glückshormon» betitelt und ist wichtig für Motivation und Erfolg.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird Serotonin (Wasser) und Gaba (Metall) Yin und Dopamin (Feuer) und Acetylcholin (Holz) Yang zugeordnet.

Gene haben einen Einfluss auf die Bildung und den Verbrauch von Neurotransmittern

Vor ein paar Jahren habe ich einen SNP Test gemacht (gibt diverse Anbieter im Internet). Via Speichel wird deine DNA ermittelt und SNPs wie COMT, MTHFR, MAO und andere Genvarianten ausgewiesen. Je nachdem, welche Variante man von welchem Gen hat, werden gewisse Stoffe häufiger benötigt als andere, da sie schneller verbraucht oder vermindert produziert werden. Ein Beispiel:

Das COMT-Gen produziert 2 Enzyme, die die Levels an Katecholaminen (u.a. Dopamin) steuern. Je nach Variante wird dann Dopamin weniger schnell abgebaut. Menschen mit solchen Genvarianten sind ständig «unter Strom», mental und physisch «ready» und produktiv. Sie brauchen tendenziell weniger Schlaf, schwitzen schnell und können mit Yoga nichts anfangen. Sie haben einen hohen Verbrauch an Mikronährstoffen. Bei allen Menschen hemmen Metalle wie Quecksilber das COMT-Gen.

Drogen, Medikamente und Supplements wirken auf Neurotransmitter-Ebene

Drogen und Medikamente wirken spezifisch auf Neurotransmitter, meist indem sie deren Freisetzung fördern oder deren Abbau verlangsamen.

Kokain wirkt auf Dopamin, Amphetamine und Nikotin auf Acetylcholin, Cannabis auf GABA und Alkohol auf Serotonin (wie Antidepressiva auch).

Supplemente sind bei weitem nicht so potent wie Drogen und machen auch nicht abhängig, vermögen aber die Neurotransmittermenge zu beeinflussen. Meistens liefern sie einfach die Bau- bzw. Rohstoffe dafür und sind oftmals Aminosäuren.

Untenstehend 2 Abbildungen zur Herstellung der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und GABA.

L-Tryptophan wird übrigens via Insulin erhöht, weshalb Kohlenhydrate indirekt eine gute Quelle für die Serotoninbildung darstellen.

Quellen weiter unten

Welchen Effekt hat ein Mangel oder ein Zuviel auf dein Fitness-Ziel?

Als häufiger Leser unseres Blogs weisst Du, dass Dinge wie Motivation oder Schlafstörungen einen erheblichen Einfluss auf die Erreichung Deines Fitness-Ziels haben. Nachfolgend noch ein bisschen genauer:

Serotonin ist der Vorläufer des Schlafhormons Melatonin (siehe Grafik oben) und wird zu 95% im Magen-Darm-Trakt hergestellt. Schlaf ist zentral, um dein Fitnessziel zu erreichen, egal ob es Abnehmen oder Muskelaufbau ist. Mehr dazu auch in diesem Blogbeitrag mit 12 Tipps für besseren Schlaf. Cortisol, welches vermehrt freigesetzt wird bei Stress, Blutzuckerschwankungen und Entzündungen, frisst Serotonin und beeinträchtigt damit deinen Schlaf-Wach-Rhythmus. Ebenso tun dies Darm- bzw. Verdauungsprobleme.

GABA hat einen wesentlichen Einfluss auf deine HRV und alle damit zusammenhängenden Werte. Mehr dazu in diesem Beitrag zum Thema Stress.

Dopamin hilft dir dein Training und deine Ernährung «durchzuziehen». Tyrosin ist Vorläufer. Auch die Schilddrüse braucht Tyrosin. Tyrosin wird vor allem über proteinhaltige Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte aufgenommen.

Cholin, der Baustoff für Acetycholin, kommt in vielen Lebensmitteln vor. Am höchsten ist der Gehalt in Eiern. Im Training konzentriert zu sein hilft der Trainingsqualität und somit um Verletzungen vorzubeugen.

Wie weisst du, ob du ein Defizit hast?

Die oben beschriebenen Symptome können bereits ein erstes Indiz für ein Mangel sein. Unsere Anamnese, welche Bestandteil all unserer 90 Day Challenges ist, beinhaltet ebenfalls diverse Fragen, um einen solchen herauszufinden. Last but not least können Urintests genauere Aussagen dazu machen.

Wir hoffen, Dir das Thema kurz und verständlich präsentiert zu haben, freuen uns immer über Feedback oder weiteres Interesse. Weiter unten findest Du den ultimativen Guide für eine Ernährung mit Resultaten kostenlos zum Download.

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Marc Sonderegger
Owner and Head Coach of Personalworkout