Schweizweit werden täglich etwa 1’000 Blutkonserven benötigt (Quelle: blutspende-sg.ch). Dies ist doch eine ganze Menge. Haltbarkeit sowie Blutgruppeninkompatibilität erschweren die Blutspende. Dank der Blutkonserven werden täglich viele Menschenleben gerettet. Eigentlich solle dies schon Grund genug sein, regelmässig Blut zu spenden. Doch was heisst überhaupt regelmässig und welche Vor- und Nachteile ergeben sich für den/die SpenderIn?

Gratis Blutcheck

Einer der deutlichsten Vorteile ist der gratis Check auf Krankheiten wie Hepatitis, HIV und beispielsweise Syphilis. Sofern hier etwas auffällig sein sollte, wird man benachrichtigt. Dies ist wohl kaum Anreiz für Spender, aber bietet dennoch einen gewissen Nutzen.

Vermindertes Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten dank weniger oxidativem Stress?

Diverse Studien zeigen einen kausalen Zusammenhang zwischen regelmässigem Blutspenden und geringerem Risiko für kardiovaskuläre Probleme wie Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Es gibt wohl wie immer mehrere Faktoren, die dazu führen. Der wichtigste ist meines Erachtens die Reduktion von oxidativem Stress durch den Abbau von Speicher-Eisen in Organen. Wie jeder weiss, atmen wir Sauerstoff ein. Wenn Eisen mit Sauerstoff reagiert entsteht Rost! Der Mensch hat zwar effiziente Systeme, um diese toxische Reaktion grösstenteils zu verhindern, unter anderem in dem er Eisen in Organen einlagert.

Dennoch kommt der Punkt, an dem Entzündungen die Folge sind. Je nach Gewebe äussern sich diese anders: Arteriosklerose, Autoimmunerkrankungen und Krebs sind nur einige.

Bessere Leber- und Lipidwerte und mehr Superoxid-Dismutase Aktivität

Diverse Marker, die im Zusammenhang mit der Speicherung von Eisen wichtig sind und die Theorie von oben stützen, verbessern sich:

  • Verbesserte Leberwerte, da weniger «entgiftet» werden muss.
  • Die Kupferwerte steigen an. Dies ist das wichtigste Element, um oxidativen Stress zu verringern.
  • Eines der wohl wichtigsten Enzyme überhaupt, die Superoxid-Dismutase, wird aktiver. Es erstaunt nicht, dass sie bei Eukaryonten «kupferabhängig» ist.
  • Bessere Lipidwerte

In diesem Beitrag erläutere ich, warum ein Kupfermangel aussehen kann wie ein Eisenmangel und dieser weit häufiger vorkommt als eine eisenbedingte Anämie.

Bessere psychische Gesundheit

Studien, die sich auf Blutspende und Psyche konzentriert haben, zeigen weniger Depressionen und einen positiven Effekt auf Fröhlichkeit. Dies scheint durch das gute Gewissen bzw. die gute Tat hervorgerufen zu werden.

Hämoglobin- und Eisenwerte werden (kurzfristig) vermindert

In vielen Studien sind die Ferritinwerte bei «Häufig-Spendern» vermindert und die Hämoglobinwerte tiefer als bei Nicht-Spendern. Dennoch fühlen sich diese Personen nicht weniger fit oder unwohler. Ungeachtet dessen muss diesem Faktor Rechnung getragen werden. Zu tiefe Hämoglobinwerte sind suboptimal. Allerdings wird dies ja vor der Spende kontrolliert und man wird bei zu tiefem Wert gar nicht zugelassen.

Wieso Serum-Ferritin für mich kein repräsentativer Marker für den Eisenstatus ist, erkläre ich in diesem Blogbeitrag zum Thema Anämie und Eisenmangel .

Wie häufig sollte ich optimalerweise Blut spenden?

Hierzulande ist es Männern erlaubt 4x und Frauen 3x pro Jahr Blut zu spenden.

Meine Empfehlung lautet 2x pro Jahr. Wie überall gibt es einen Trade-off. Eine Studie untersuchte das Geburtsgewicht von Säuglingen von Nicht-Spenderinnen und Frauen, die in den letzten 3 Jahren vor der Geburt ab und zu und solche die häufig Blut gespendet haben (leider sind Details dazu kostenpflichtig). Bei den Frauen, die ab und zu Blut gespendet haben, war das Geburtsgewicht des Kindes am höchsten.

Angenommen in der Schweiz würde die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger für die Blutspende in Frage kommen, ergäbe das bei 2 Spenden pro Jahr etwas mehr als 8 Millionen Blutkonserven. Wir benötigen aktuell ca. 365’000 pro Jahr. Damit wären viele Probleme gelöst und wir hätten wohl den maximalen gesundheitlichen Benefit. Ob Du Blut spenden darfst, kannst du in diesem Kurz-Check herausfinden!

Denkt daran: Die Blutspende ist bei Männern der einzige Weg um Eisen zu verlieren. Dies trifft auch auf Frauen in der Menopause zu.

Fazit

Personalworkout empfiehlt seinen Kunden, sofern sie dürfen, 2x jährlich Blut zu spenden. Bei dieser Gelegenheit darf dann auch von all den gratis angebotenen Snacks ausgewählt werden 🙂

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Quellen:

http://www.blutspende-sg.ch/spenden/vollblutspende/

https://www.rasmussen.edu/degrees/health-sciences/blog/surprising-health-benefits-of-donating-blood/

https://www.ahajournals.org/doi/full/10.1161/01.atv.0000174126.28201.61

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27089416/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31408501/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25824704/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28083954/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31735654/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30520046/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29544084/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6612229/

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Marc Sonderegger
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